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Rede von Günter Rund, Bürgermeister der Gemeinde Oldendorf/Luhe, zur Eröffnung des Archäologischen Museums Oldendorf/Luhe am 11.September 2005 
 
Liebe Oldendorfer, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich darf Sie heute hier recht herzlich zur Einweihung unseres Archäologischen Museums in Schemmes Hus – früher „Schaul – Krenger“ – begrüßen!
Besonders begrüße ich die diesjährige Heidekönigin Janine Horn, die Landtagsabgeordneten Andreas Meihsies und – mit einem „Heimspiel“ – Manfred Nahrstedt, von der Stadt Lüneburg Frau Schellmann als Stellvertretende Bürgermeisterin; Herrn Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker mit einigen Ratsmitgliedern; unsere Fachplaner Wolf Thürnau, Dr. Ortwin Reichold und Martin Chall; Herrn Bezirksarchäologen Dr. Jan-Joost Assendorp; Herrn Kreisarchäologen Dietmar Gehrke; den Direktor des Museums für das Fürstentum Lüneburg, Dr. Michael; den Direktor vom Helms-Museum in Harburg, Herrn Tiemitz; die Bürgermeister unserer Mitgliedsgemeinden Herrn Norbert Thiemann und Herrn Fritz Lemke; ferner den Samtgemeindebürgermeister aus Salzhausen Herrn Hans-Hermann Putensen; vom Verein Regio-Kult Jürgen Koch und Jürgen Vogt.
Ich begrüße weiterhin die Presse.
Vorweg möchte ich Ihnen diese ehemalige Rauchkate vorstellen – unser Museum.
Das Haus wurde früher auch Schemmes Hus genannt, weil es ein Schulgebäude war und die Lehrer – früher „Schemmester“ (auch heute noch der plattdeutsche Ausdruck für Lehrer) abgeleitet von Schulmeister – nebenbei Bauern waren.
Diese Rauchkate wurde 1750 von dem Lehrer Johann Christian Schmidt erbaut, unterrichtet wurde hier bis 1864. Bis hierhin wurde die Lehrerstelle auf einen nachfolgenden Sohn vererbt. Dann war die Gemeinde gefordert und erbaute nebenan die erste kommunale Schule.
Dieser Bauernhof nannte sich – mit 38 Morgen landwirtschaftlicher Nutzfläche (= 9,5 ha) – Kötnerstelle. Bewohnt wurde die strohgedeckte Rauchkate – in der Zwischenzeit mit einem Schornstein versehen – bis zum Jahre 1970.

Wie kam es zu dieser Baumaßnahme? (zeigend auf das Museum)Der Pachtvertrag des Heimatmuseums in Amelinghausen lief aus.In Oldendorf war ein Antrag auf Abriss dieser Rauchkate gestellt.In Amelinghausen zerschlug die Vorstellung, das Heimatmuseum in die Zehnscheune von Friedrich Meyer unterzubringen.Die Gemeinde Oldendorf, in enger Zusammenarbeit mit Herrn Völker und Herrn Riel, ließ durch das Architektenbüro Thürnau eine Kostenaufstellung vornehmen; aber wie können wir dieses Bauvorhaben finanzieren?

Die Gemeinde Oldendorf/Luhe ist natürlich als kleine Gemeinde nicht in der Lage, allein ein solches Großprojekt umzusetzen.

Eine Vielzahl von Behörden, Institutionen und auch Privatpersonen haben den Umbau und die Einrichtung unseres Museums unterstützt – sowohl finanziell als auch auf fachlicher Ebene oder durch Beratung. Ohne diese Unterstützung hätte die Gemeinde dieses Projekt nie umsetzten können. Bei der Vielzahl der Beteiligten wird es uns nicht gelingen, in der heutigen Veranstaltung alle einzelnen Personen aufzuzählen. Dennoch möchte ich mich an dieser Stelle – stellvertretend für alle Mitwirkenden – ganz herzlich bei folgenden Personen, Behörden und Institutionen für die Hilfe bedanken:

Als erstes gilt der Dank der Samtgemeinde Amelinghausen und ganz persönlich auch Herrn Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker. Herr Völker hat dieses Projekt gemeinsam mit der Gemeinde in die Wege geleitet und seit Beginn der Planung vorangebracht und weiterentwickelt. Ganz besonders wichtig ist dabei, dass es der Samtgemeinde gelungen ist durch die Einwerbung von überregionalen Zuschüssen und die Abstimmung von verschiedenen Fördertöpfen aufeinander ein ausgewogenes Finanzierungskonzept zu erarbeiten, durch dass die finanzielle Belastung der Gemeinde überschaubar wurde und die erforderlichen Eigenmittel von uns auch bei unserem kleinen Haushalt aufgebracht werden konnten. Darüber hinaus hat eine Vielzahl der Mitarbeiter der Samtgemeindeverwaltung – besonders im Fachbereich Bauen und im Fachbereich Finanzen – dieses Projekt ständig begleitet und der Gemeinde damit unverzichtbare Hilfe angeboten. Hierfür möchte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Völker, auch im Namen unseres Rates herzlich danken. Für die Zukunft erhoffen wir uns natürlich eine Fortsetzung dieser Kooperation. Sie haben dankenswerter Weise Ihre Hilfe angeboten, unser Museum über den touristischen Bereich der Samtgemeinde langfristig intensiv zu vermarkten und auch überregional bekannt zu machen. Des Weiteren erhofft sich die Gemeinde gemeinsam mit unserem Förderverein zukünftig auch einen kleinen regelmäßigen Zuschuss zu ungedeckten Bewirtschaftungs- und Betriebskosten.

Natürlich sind für ein Projekt dieser Größenordnung auch die Fachplanungen ein unverzichtbarer Bestandteil. Die Planung des Sanierungs- und Ausbaukonzeptes für das Gebäude ist durch das Architekturbüro Wolf Thürnau erfolgt. Das Ausstellungskonzept wurde vom Ausstellungsbüro Dr. Ortwin Reichold geplant um umgesetzt. Die Ausstellungsgestaltung und Grafik erfolgte durch die grafische Werkstatt Hinz und Kunst – hier vertreten durch Herrn Martin Chall, der für die Gestaltung im Museum federführend zuständig war und ist.

Sie können sich davon überzeugen, dass alle Fachplaner eine professionelle und erfolgreiche Arbeit abgeliefert haben. Hierfür natürlich ein herzliches Dankeschön.

Gleiches gilt auch für die beteiligten Baufirmen und die Firmen bzw. Personen, die an der Umsetzung des Ausstellungskonzeptes unter Leitung unserer Planer mitgewirkt haben. Stellvertretend für alle möchte ich mich in diesem Zusammenhang ganz besonders beim Bezirksarchäologen Dr. Assendorp und beim Kreisarchäologen Dietmar Gehrke bedanken. Dietmar Gehrke war im übrigen auch in seiner Funktion für das Fürstentum Museum Lüneburg mit dabei. Das Fürstentummuseum hat eine Vielzahl von Fundstücken unserem Museum als Leihgabe kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch das ist besonders hervorzuheben und wir freuen uns natürlich auch in der Zukunft auf eine schöne Zusammenarbeit mit dem Fürstentummuseum als Partner.

Im Rahmen der Baumaßnahme erfolgte eine ganz enge Kooperation mit der Denkmalpflege des Landkreises Lüneburg, zumal dieses Gebäude unter Denkmalschutz steht und unter Beachtung der Denkmalschutzbelange möglichst originalgetreu wieder aufgebaut und hergerichtet werden sollte. Für diese erfolgreiche Kooperation möchte ich mich bei Herrn Gunnar Schulze bedanken, der als Denkmalpfleger unseres Kreises dieses Projekt begleitet hat.

Dank auch an unseren Nachbar Helmut Kröger, der sofort zu Beginn der Planungen bereit war das Grundstück der ehemaligen Rauchkate an die Gemeinde zu veräußern.

Aber was wären all unsere Planungen um das Museum ohne unsere Sponsoren und Zuschussgeber. Ohne den Grunderwerb durch die Gemeinde beliefen sich die Baukosten für die Herrichtung dieses denkmalgeschützten Gebäudes mit Innen- und Außenausbau und der Außenanlagen auf rd. 450.000,00€. Für die Ausstellungskonzeption und die Innenausstattung mit den Medien für die Öffentlichkeitsarbeit kommen nochmals rd. 140.000,00€ dazu. Einen solchen Betrag hätte die Gemeinde Oldendorf/Luhe natürlich nie allein für die Investition aufbringen können. Dank unserer Zuschussgeber konnte aber die Gesamtfinanzierung sichergestellt werden, so dass die Gemeinde zwar eine eigene Rücklage in die Investition eingebracht hat, aber nach wie vor schuldenfrei geblieben ist.

Unsere Förderer sind im einzelnen:

Die Sparkasse Lüneburg, vertreten durch den Vorstand und hier vertreten durch Herrn Carsten JungeDas kreisweite Projekt „Museen im Aufbruch im Landkreis Lüneburg“, das in Kooperation zwischen der Sparkasse Lüneburg und dem Landkreis Lüneburg initiiert wurde. Hier gilt unserer Dank auch wiederum Herrn Carsten Junge und ganz besonders auch unserem Ersten Kreisrat Dr. Stefan Porwol, der uns im Rahmen dieses Konzeptes ebenfalls ganz besonders unterstützt hat.Die Behörde für Geoinformation, Landesentwicklung und Liegenschaften aus Lüneburg, die uns aus Pro-Land-Mitteln für die Baumaßnahme bezuschusst. Das ist die Nachfolgebehörde des ehemaligen Amtes für Agrarstruktur. Der damalige Leiter des Amtes für Agrarstruktur, der die Planung von Anfang an mit begleitet hat, Herr Hartmut Trichterborn, ist heute auch anwesend.Auch danken wir Ihnen – Herr Trichterborn – für die positiven Beurteilungen unserer Anträge auf Wanderwege und Heideflächen, die jeweils mit 50% der Antragssumme genehmigt wurden.

Die kreisübergreifende Gemeinschaftsinitiative Leader+ hat uns aus Mitteln der EU für das Ausstellungskonzept bezuschusst. Von der Verwaltungsstelle ist heute anwesend Frau Hilke Feddersen vom Landkreis Harburg.Der Hamburg-Niedersachsen-Förderfonds aus Mitteln der Metropolregion HamburgDer Lüneburgische LandschaftsverbandUnd zum Abschluss auch eine erwähnenswerte Privatspende der Eheleute Hermann und Milena Ebel aus Hamburg. Schiffsreeder Hermann Ebel hat seinen Geburtsort Oldendorf nicht vergessen!
Bei allen Zuschussgebern möchten wir uns an dieser Stelle im Namen unserer Gemeinde und der Samtgemeinde Amelinghausen herzlich bedanken.

Ganz besonders wichtig ist im Vorfeld auch ein Dankeschön an alle Personen, die sich für dieses Projekt ehrenamtlich einbringen. Der ehrenamtliche Einsatz vieler wird organisiert im neu gegründeten Verein zur Förderung des Archäologischen Museums Oldendorf/Luhe, zu dem wir im weiteren Verlauf der Veranstaltung noch kommen. Der laufende Betrieb der Einrichtung und die zukünftigen Öffnungszeiten ab kommendem Dienstag werden durchweg ehrenamtlich organisiert. Das ist für die heutige Zeit sicherlich nicht mehr selbstverständlich, zeigt aber, wie die Oldendorfer Dorfgemeinschaft bereit ist und Interesse hat, sich in dieses Projekt ehrenamtlich einzubringen. Auch wird deutlich gemacht, welchen Stellenwert das Museum für uns Oldendorfer hat. Fachlich freuen wir uns gemeinsam mit allen ehrenamtlichen Helfern auch in Zukunft auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Lüneburger Fürstentummuseum und ganz besonders auch mit Herrn Dietmar Gehrke. Dank an Matthias Riel für die zusätzliche Arbeit bei den Einrichtungsabstimmungen mit Dr. Reichold und dem Architekturbüro Thürnau, dabei immer das vorhandene Finanzielle bedenkend.

Was versprechen wir uns nun für die Zukunft von unserem Museum?

Gemeinsam mit unserer Oldendorfer Totenstatt soll unser Museum ein neues Aushängeschild für unsere Gemeinde, für unsere Samtgemeinde und auch für den gesamten Landkreis werden.Wir möchten das Museum auch als neues Angebot für einen erweiterten Naturpark sehen und vielleicht auch als Bestandteil oder ergänzendes Angebot eines Europäischen Besucherzentrums für die Zentrale Lüneburger Heide, das auf Leader +-Ebene zur Zeit in Planung ist.Wir möchten kooperieren mit den weiteren Museen im Landkreis Lüneburg und den umliegenden Landkreisen und vielleicht auch gemeinsame Angebote schaffen und Initiativen starten.Wir möchten gemeinsam mit dem Förderverein auch in diesem Hause und in unserer Totenstatt ergänzende Angebote etablieren, z.B. durch Sonder- und Wechselausstellungen und auch mit Angeboten für Kinder und Jugendliche.
Wir sind uns sicher, dass wir mit diesem Museum langfristig für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger und unsere Feriengäste im Feriengebiet Samtgemeinde Amelinghausen ein weiteres Highlight geschaffen haben und versprechen Ihnen, dieses gemeinsam mit allen Interessierten auch langfristig zu erhalten, zu pflegen und auszubauen.

Dr. Reichold, unser Fachplaner, stellt mit einer kurzen Vorstellungsrede das Ausstellungskonzept des Museums dar.

Die Gemeinde ist Eigentümerin dieses neu erbauten Museums.
Der Gemeinderat sieht in dem neu gegründeten Förderverein die Möglichkeit, fachlich die beste Museumsarbeit zu leisten und ist bereit, die Verwaltung des Museums in deren Hände zu geben. Gespräche hierüber haben stattgefunden, der Förderverein ist dazu bereit (Vertrag in Vorbereitung). Ich bitte daher den Vorsitzenden dieses Vereins, Herrn Wolfgang Kleeblatt, zur Schlüsselübergabe zu mir.
Mit den Worten: „Volles Vertrauen haben wir für euch und eure Arbeit zumal sich viele Bürger – nicht nur aus Oldendorf – ehrenamtlich für die täglichen Öffnungszeiten und weiteren anfallenden Aufgaben bereit erklärt haben mit zu helfen. Ein gemeinnütziger Verein kann Spenden und Fördermittel einwerben und für ein gutes Einvernehmen mit der Öffentlichkeit sorgen.“
Ein riesiger – 5kg schwerer – Metallschlüssel wurde hervorgeholt und symbolisch überreicht.
Hiermit übergebe ich die Schlüsselgewalt an den Förderverein und wünsche immer eine glückliche Hand in allen Entscheidungen.

» Kurze Rede von Wolfgang Kleeblatt als Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Archäologischen Museums.

Grußworte wurden gehalten von:der Heidekönigindem Samtgemeindebürgermeister Herrn Helmut Völkerdem Bezirksarchäologen Herrn Assendorpdem Architekten Herrn Thürnaudem Vorsitzenden von RegioKult Jürgen Koch
Christel Wegener gibt noch Hinweise über Führungen in der Totenstatt und im Museum.

Ich darf mich nochmals für Ihr Kommen zur Einweihung bedanken. Bedanken möchte ich mich für die lobenden Grußworte aber auch für ergänzende und erklärende Darstellungen. Das wir, die Urheber des Archäologischen Museums, doch ein bißchen stolz sind auf dieses Bauwerk, bitten wir mit etwas Nachsicht zu sehen.
Ich lade Sie jetzt zum Abschluss zu einer Tasse Kaffee mit Butterkuchen und auch anderen Getränken ein. Wünsche Ihnen noch gute Gespräche untereinander.

Damit ist der offizielle Teil der Einweihung beendet.  
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